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 Das Studio hat sich mit den Jahren schwerpunktmäßig vom Okzident hin zum Orient entwickelt.

Als ausgebildete Sport- und Gymnastiklehrerin hatte Lilo Fried das Studio zunächst mit Gymnastik-, Jazztanz- und Aerobic-Kursen eröffnet. Stets aufgeschlossen für Neues, stellte sie die Räumlichkeiten der Tänzerin Martha für einen Wochenendworkshop in Bauchtanz zur Verfügung, an dem sie selbst teilnahm.
Beim Fortsetzungsworkshop "machte es klick"; begeistert nahm sie jede nur mögliche Gelegenheit wahr, bei den damals hauptsächlich amerikanischen Tänzerinnen und Tänzen Kurse zu belegen.
 "Am Anfang war ich froh, dass meine ersten Lehrer Amerikaner waren: die phantasievolle Freiheit, mit der sie östliche mit westlichen Tanzstilen verbinden, finde ich sehr gut. Ich bin allerdings auch dankbar um die Erfahrung meiner weiteren Studien bei türkischen und ägyptischen Lehrern, die mir eine Synthese gezeigt haben, um für mich einen ganz individuellen Weg zu finden, den ich erfolgreich an meine Schülerinnen weitergebe."
Tänzerische Vorbilder für Lilo Fried sind Momo Kadous (hinsichtlich der ägyptischen Folklore), Rakia Hassan (klassischer und moderner ägyptischer Stil), Kathrin Ferguson (durch ihre interessante Verwendung von Modern Dance- und Jazzelementen), Nesrin Topkapi und Suhair Saki. Letztere besonders hinsichtlich ihrer Fähigkeit, sich im Tanz zu genießen - ein für Lilo sehr wichtiger Aspekt, den sie auch ihren Schülerinnen vermittelt.
Dass ihr der selbstverständliche Umgang mit Lebensfreude und Genussfähigkeit nicht schwer fällt, mag vielleicht auch an der Tatsache liegen, dass sie seit Jahren in Baden Württemberg lebt und arbeitet; im Gespräch vermittelt sie sofort die für diese Gegend typische Heiterkeit und Ausgeglichenheit, die gerade auch was ihr tänzerisches Selbstverständnis betrifft, mit einem wohlüberlegten Selbstbewusst-sein einhergehen.

"Für mich als Tänzerin ist es erst einmal wichtig, wie ich mich präsentieren möchte, d.h. mir den weiblichen Aspekt bewusst zu machen, den ich mit Hilfe dieses Musikstücks zur Geltung bringen möchte: die Freche, Kokette, Verspielte, nach innen oder außen Gerichtete usw."
Trotz zahlreicher und regelmäßiger öffentlicher Auftritte (die Darstellung eher frecher Tanzcharaktere wie im Stocktanz sowie die Anmut ihrer Arme und ihre Shimmy-Variationen werden als ihre besonderen Stärken angesehen) sieht sie den verantwortungsvollen Unterricht als ihren beruflichen Schwerpunkt. 
"Es ist immer wieder faszinierend für mich zu sehen, inwiefern der Körper die Persönlichkeit spiegelt. Mit am befriedigendsten empfinde ich die Entwicklung der einzelnen Schülerinnen, wie sie nach und nach an Selbstbewusstsein gewinnen, wie durch die allmähliche Sicherheit in den Bauchtanzfiguren die Persönlichkeit wächst
 "Für mich als Lehrerin ist es deshalb äußerst wichtig, im Bauchtanzunterricht die Persönlichkeit jeder einzelnen Frau anzusprechen. Als Lehrerin muss man sich darüber im klaren sein, welch große Macht man den Schülerinnen gegenüber hat - diese Macht darf nicht missbraucht werden! Neben der Beherrschung der Tanzfiguren sollten Kreativität, Kommunikation und Selbständigkeit gefördert werden"
"Ich weiß sehr genau um die zunächst größte Schwierigkeit der Frauen beim orientalischen Tanz: sich selbst und ihre Figur im Spiegelbild ohne Vorbehalt zu akzeptieren. “
Quelle: aus Interview Lilo Friedin Tanz Oriental, April 1994
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